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Karrierefalle Internet

Februar 14th, 2010 · Keine Kommentare

„Gezielte Diffamierungen und Lügen können schnell zum Karriere-Killer werden“, schreibt Klaus Eck in seinem Buch “Karrierefalle Internet”. „Und was einmal im Web steht, lässt sich kaum noch aus der Welt schaffen. Wer sich wehrt, macht oft alles nur noch schlimmer, denn jede Reaktion findet erneut Widerhall im Netz.“

Und wie schnell ist man als Privatperson, Organisation oder Unternehmen in einer solchen Internetfalle gefangen?!

Der Münchener PR-Berater zeigt Strategien auf, sich gegen Angriffe zu wehren. Noch viel wichtiger ist es allerdings, vorzubeugen und sich aktiv darum zu kümmern, den richtigen Eindruck im Netz zu hinterlassen. Der Schlüssel dazu heißt „Online Reputation Management“ (ORM). „Karrierefalle Internet“ richtet sich an Geschäftsleute, Unternehmen und „Onliner“.

Der Lebenszyklus von englischen Begriffen aus der Betriebswirtschaftslehre beinhaltet das Stadium, in dem das Wort quasi als „Buzzword“ oder besser als Modewort charakterisiert ist. Den Unterschied macht es aus, ob dieses am Anfang oder eher am Ende des Lebenszyklusses steht. ORM ist eines dieser neuen modernen Schlagworte und in der Tat ist noch nicht klar, was begrifflich daraus folgen wird. Fest steht, mit dem Internet – insbesondere dem Weltweiten Netz (WWW) – ist eine neue Öffentlichkeit entstanden, der sich kaum noch jemand entziehen kann.

Die Vorteile des Internets basieren darauf, dass Menschen ihre Erfahrungen und Meinungen in Foren austauschen können. Soziale Netzwerk tragen dazu bei, dass sich ehemalige Kollegen beispielsweise nicht aus den Augen verlieren. Wer heute an einer Laufsportveranstaltung teilnimmt, kann zeitnah zur Zielankunft seine spezifischen (Zwischen-)Zeiten auf einer Webseite abrufen. Geht man vielleicht sogar als einer der Sieger hervor, steht das morgen auf der Onlineseite der Heimatzeitung. Anderes Beispiel: ich habe es vor der Buchung unserer letzten Urlaubsreise zu schätzt gelernt, die Hotelbewertungen ehemaliger Gäste zu studieren. Zum Dank, aufgrund der wertvollen Informationen die beste Unterkunft gefunden zu haben, gab ich nach der Reise ebenfalls meine Bewertung ab. Außer privaten Anlässen kann allein schon die berufliche Tätigkeit eine öffentliche Wahrnehmung im Internet nach sich ziehen: beispielsweise als Ansprechpartner auf einer Seite, als Konferenzteilnehmer oder als Autor von Fachbeiträgen.

Stehen das Genannte mehr oder weniger noch mit Ihrem Handeln in Beziehung, so können Sie nicht bewusst beeinflussen, wie Dritte Sie beurteilen. Und dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob Ihr Handeln von öffentlichem oder privatem Interesse ist. Mit den Mitteln des Internets ist grundsätzlich jede Person in der Lage zu publizieren: in einem Blog, auf einer Webseite, in einem Podcast oder in Kommentaren auf entsprechenden Seiten im Netz.

Das heißt Gutes (wie die Pressemitteilung über Ihren erfolgreichen Vertragsabschluss) aber auch Böses (wie das Foto, das Sie zu vorgerückter Stunde auf der letzten Betriebsfeier zeigt und das Kollegen über Flickr zirkulieren lassen) steht nahezu auf Knopfdruck weltweit jedem Internetnutzer zur Verfügung. Suchmaschinen, wie Google, helfen auch noch dabei, dass selbst unbedeutende Niglichkeiten, mit einfachen Worten gefunden werden können.

Das Gute an Klaus Ecks Buch ist: es bescheidet seine Aussage nicht allein auf den persönlichen Bereich – im Grunde lassen sich die Erkenntnisse auch auf Unternehmen oder Produkte übertragen.

„Online Reputation Management“ soll helfen, – sehen wir’s mal positiv – die Chance der neuen Öffentlichkeit zu erkennen und auch zu nutzen. Das ist dann auch der Schlüssel, den Gefahren zu begegnen. Denn bei aller Finesse, dass jemand über Sie schlecht denkt oder sogar berichtet, lässt sich nicht vermeiden.

Die Kernfrage ist: „Wie will ich mich im Netz positionieren oder wie werde ich positioniert?“

Klaus Eck ist es in seinem Werk gelungen, die Relevanz des „Online Reputation Managements“ für Jeden klar herauszustellen. Und nicht getreu dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Vorbeugen statt heilen, lautet Ecks Devise. Der Autor beschreibt die neuen Werkzeuge im Web, beispielsweise Blogs oder soziale Netzwerke, wie Xing, LinkedIn, MySpace, Facebook, Twitter. Für Eck sind dies alles andere als reine private Spielwiesen oder moderne Adressbücher. Sie sind einfache wie auch effektive Mittel des Eigenmarketings. Selbst eine eigene Homepage kann helfen, die eigene Onlinereputation zu steigern. Doch das Tool allein schafft noch keine positive Öffentlichkeit – es sind die Inhalte und deren Authentizität.

Bei allen diesen Möglichkeiten der Selbstdarstellung im Internet kann man sehr leicht den Überblick verlieren. Um dies zu verhindern, aber auch zu erkennen, was woanders über Sie geschrieben steht, empfiehlt Eck das Monitoring Ihrer Reputation. Automatische Abfragen an Google, Technorati, Mr. Wong oder andere Netzverzeichnisse zeigen, wo und was über Sie berichtet wurde – um im Falle eines Falles sofort mit den eigenen Mitteln gegensteuern zu können oder das eigene Netzwerk für eine Gegenoffensive zu mobiliseren.

Klaus Eck beschreibt sehr schlüssig, dass mit dem „Online Reputation Management“ das Ende der klassischen Public Relations (PR) eingeläutet wird. Die Zielgruppe der unmittelbaren Konsumenten und relevanten Presse wird um die sogenannten „Influencer“ erweitert. Das sind Interessensvertreter, die über Blogs oder Kommentare ihre Meinung im Netz verbreiten. Ihre Wahrnehmung basiert im Grunde auf den gleichen Mechanismen des „Longtails“ wie die im Produktverkauf. Eck misst diesen „Influencern“ eine Rolle bei, die von der Presse, der Politik oder Werbewirtschaft gerne unterminiert wird. So bezeichnete der Marketingexperte Jean-Remy von Matt die Blogs als „Klowände des Internets“. In das gleiche Horn stößt der US-amerikanische Autor Andrew Keen, der in seinem Buch „Die Stunde der Stümper“ (Hanser-Verlag) keinen Hehl daraus macht, dass er die neuen Webwerkzeuge als Bedrohung ansieht: Plötzlich ist jeder Amateur ein Journalist.

Doch zurück zu Eck: Ihm ist dies offenbar ziemlich egal und er lässt seine Erkenntnisse an der Realität messen. Und dennoch fehlt dem Buch ein zusammenhängendes, ganzheitliches – und vor allem „normales“ – Fallbeispiel (Obama in Ehren – Übrigens: Herzlichen Glückwunsch, Mr. President), wie ein Reputationsmanagement konzipiert und umgesetzt werden kann.

Belassen wir’s dabei. „Karrierefalle Internet“ ist eine gute, schlüssige und vor allem auch aktuelle Synopse von Möglichkeiten, sich als Person oder Unternehmen im Internet zu inszenieren. Nebenbei bemerkt, gibt es mittlerweile viele PR-Fachleute, die den Reputationsprozess professionell begleiten können. Wir schätzen Ecks strukturierten Aufbau und die vielen Beispiele zur Verdeutlichung seiner Erkenntnisse. Ihm ist es zu verdanken, dass der Begriff des „Online Reputation Managements“ über das Stadiums des Buzzwords hinausgekommen ist. Die 19,80 EUR für den Kauf des Buches sind eine praktische Investition in das Eigenmarketing.

„Karrierfalle Internet – Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor es andere tun!“ ist im Hanser-Verlag erschienen.

Webverweise

  • PR-Blogger: Klaus Ecks Welt der “Corporate Communications”
  • Mirjam Greilich: Buchempfehlung: “Karrierefalle Internet” von Klaus Eck (mit weiteren Tipps und Informationen zum Online-Reputationsmanagement)

Tags: Onlinereputation

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